Kastell Celeusum 2016-11-15T17:18:21+00:00
Kastell Celeusum in Pförring

KASTELL

CELEUSUM

VISUALISIERTES NORD-OSTTOR

AUSSICHTSPLATTFORM

INFORMATIONSWAND

RUNDWEG

Auf den Spuren der Römer

Das Kastell Celeusum erinnert an eine längst vergangene Zeit direkt vor den Toren unseres Marktes

Nordwestlich von Pförring erhebt sich das schon von weitem erkennbare Plateau Biburg, auf dem einst eine ehemalige Wehranlage der Römer seinen Standort hatte. Heute erinnert unter anderem eine aufwendige Nachbildung des Nord-Osttors an das Reiterkastell Celeusum. Direkt am B299 liegenden Parkplatz finden Sie eine Infowand vor, die Ihnen hintergründliche Informationen und Bildmaterial zum Kastell näherbringt. Begeben Sie sich auf den als Rundweg angelegten Lehrpfad und erreichen Sie über mehrere Stationen hinweg das aus modernen Materialien visualisierte Nord-Osttor mit Besucherplattform, von wo aus Sie einen tollen Ausblick über die Landschaft haben.

Das nahezu quadratische Reiterkastell Celeusum (194 x 201 Meter) bestand zunächst aus Holz und Erde, bevor es gemäß der Bauinschrift 141 n. Chr. in Stein ausgebaut wurde. Die Anfäge des Kastells reichen vermutlich bis zu Zeiten von Kaiser Traian (98 – 117 n. Chr.) zurück, spätestens aber unter seinem Nachfolger Hadrian. Die Wehranlage der Römer war bis 253 n. Chr. in Betrieb und selbst 1823 waren die Spuren des südlichen und nördlichen Tores als „beträchtliche Öffnungen“ des Walls erkennbar. Das Kastell Celeusum zählt zu den wichtigsten historischen Denkmälern des Marktes Pförring und wurde 2009 touristisch erschlossen. Begeben Sie sich auf eine Reise zurück zu Zeiten der alten Römer!

Celeusum Text

Die meisten Spuren sind im Boden verborgen

Bereits seit dem 16. Jahrhundert ist das Kastell Celeusum Gegenstand von Forschungen. Torzufahrten, Wälle und Gräben waren nach Berichten von 1838 noch gut sichtbar. Immer wieder kam es auch in jüngerer Vergangenheit zu Grabungen am ehemaligen Kastellplatz und seines Dorfes am nordöstlichen Rand des Kelsbachtales. Doch vor allem das Innere des Reiterkastells insbesondere die Principia bleiben bis dato weitgehend unerforscht.

Bauinschrift des Kastell Celeusums

Die Bauinschrift wurde 1843 beim Abtragen von Erde auf dem Plateau gefunden und steht heute zusammen mit zwei weiteren bedeutenden Funden zu Fuße der Kapelle St. Sebastian am Marktplatz in Pförring. Die Inschrift lautet:

Imp(eratori) Caesari divi, Hadriani fil(io) divi Tr(aiani), nepo(ti) Tito Ael(io) Hadri, ano Antonino Aug(usto), Pio pontif(ici) maximo,  p(atri) p(atriae) consul(i) III tribun(icia), pot(estate) IIII ala I singular(ium), p(ia) f(idelis) c(ivium) R(omanorum)

„Dem Imperator Cäsar, Sohn des vergöttlichten Hadrian, Enkel des vergöttlichten Trajan, dem Titus Aelius Hadrianus Antoninus Augustus Pius, Oberpriester, Vater des Vaterlandes, zum dritten Mal Konsul zum vierten Mal Inhaber der tribunizischen Gewalt, die erste Reitertruppe „Flavia singularium“ römischen Bürgerrechts, pflichtbewußt und treu.“

 

Ala I Flavia singularium cicium Romanorum …

… bezeichnet die ca 500. Mann starke Reitereinheit, die im Kastell Celeusum stationiert war. Wahrscheinlich kam im 2. Jahrhundert n. Chr. der Decurio Primus Saturninus vom Kastell Weißenburg nach Pförring. Aber auch andere Offiziere und Militärs ließen sich nach ihrem Dienst in Pförring nieder, wie etwa der Kommandeur Aelius Bassianus. Die Grabinschrift des Primus Saturninus ist ebenfalls am Marktplatz ausgestellt.

Die auf der Abbildung zu sehende Nachbildung eines römischen Reiters aus Cortenstahl begrüßt die Besucher des Kastell Celeusums.

Weiteres Fundmaterial

Neben den Inschriften in Stein, die sich am Marktplatz vor der Kapelle St. Sebastian befinden, können Sie weitere Fundstücke in der Aula des Rathauses Pförring begutachten. Im Zuge von Ausgrabungen und zufälligen Funden sind Keramiken, wie etwa die Terra Sigillata Schüssel mit Reliefverzierung des Töpfers Ianuarius von Rheinzabern (siehe Abbildung), erhalten. Zudem ist aus dem römischen Gräberfeld beim Kastell Celeusum ein Räucherkelch zum Verbrennen wohlriechender Kräuter und das Fragment eines römischen Bronzelöffels erhalten.

Das Kastell Pförring und die erwähnten Anlagen sind geschützt als eingetragene Bodendenkmale im Sinne des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes (BayDSchG). Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind erlaubnispflichtig, Zufallsfunde sind den Denkmalbehörden anzuzeigen.